Frank Mella "Wie der DAX entstand" - page 8

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Als der Index laufen lernte
Der DAX ist ein Kind des technischen
Fortschritts. Vordem war es üblich,
Aktienindizes
nach
Börsenschluss
zu
berechnen. Gewöhnlich flossen die Kassakurse
ein, die gegen 12:15 Uhr notiert wurden. Den
Indexstand erfuhr der Leser am anderen
Morgen aus der Tageszeitung. Es war daher
schon eine Innovation, als Hardy 1959 den
ersten deutschen Laufindex startete, auch wenn
das Berechnungsintervall von 30 Minuten in
Zeiten des Hochfrequenzhandels wie eine
Ewigkeit anmutet. Der Index wurde anfangs
auf einem mechanischen Rechner vom Typ
Brunsviga
ermittelt. Wer sich so einfacher
Eine Brunsviga im Bonner Arithmeum
Stecktafeln am Börsenbüro der BZ
Mittel bedient, muss sich auf die (14) aktivsten
Standardwerte beschränken, zumal, wenn die
Prozedur vier Mal am Tag anfällt. Die
Ergebnisse wurden auf Zetteln in den Gängen
der Börse verteilt und bis in die 1980-er Jahre
auf Stecktafeln am Börsenbüro ausgehängt.
Die Börsen-Zeitung hat 1981 den Hardy-Index
geerbt und die Tradition als Laufindex
fortgesetzt. Wie bisher wurde der Index um 12
und 12:30 sowie um 13 und 13:30 Uhr
berechnet. Ein Mitarbeiter las die Kurse von
der Anzeigetafel der Frankfurter Börse ab und
fütterte einen programmierten Tischrechner,
ein japanisches Fabrikat, dessen Speicherplatz
Der Rechner für den BZ-Index
Erste Verlaufsgrafik des BZ-Index
Cover,2,3,4,5,6,7 9,10,11,12,13,14,15,16,17,18,...54
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