Frank Mella "Wie der DAX entstand" - page 7

5
Abgesandten wollten Herrn von Rosen
berichten.
Mit
dem
Mandat
des
Fachherrenbeirats wurde der
Arbeitskreis
Deutscher Aktienindex
gegründet, der am
9.12.87
zu seiner ersten Sitzung zusammentrat.
Hier hatte ich keinen Einfluss. In diesem
Gremium hatten die Banken das Sagen.
Im Endergebnis konnte ich mich wiederfinden.
Grundgerüst blieb die Beschränkung der
Auswahl auf 30 Standardwerte, und sogar den
Performance-Ansatz hatte man übernommen.
Nur mit zwei Anliegen war ich nicht durch-
gedrungen. Wäre es nach mir gegangen, hätte
man den DAX dort weitergerechnet, wo der
BZ-Index (28.9.59=100) aufgehört hatte.
Stattdessen sollte der DAX die Basis Ultimo
1987=1000 erhalten. Ich musste also den BZ-
Index umbasieren und 7070 Tagesschluss-
stände neu berechnen. Das war nur die Frage
eines Tastendrucks. Ein anderer Vorschlag
(Stichwort: free float; s.u. Gewichtung)
bedurfte zäher Überzeugungsarbeit und wurde
erst 14 Jahre später am 24.6.2002 umgesetzt.
Pünktlich zur Pressekonferenz am 23.6.88
erschien meine Broschüre „Dem Trend auf der
Spur“. Sie enthielt die erste geschlossene
Darstellung des DAX-Konzepts, die Doku-
mentation sämtlicher Tagesschlussstände vom
28.9.59 bis 30.12.87 sowie eine Auswertung
dieser Zeitreihe mit einem kurzen Überblick
über 28 Jahre deutscher Börsengeschichte.
Der BZ-Index ist planmäßig am Vortag der
DAX-Einführung eingestellt worden. Nach
und
nach
sind
auch
die
übrigen
Traditionsindizes verschwunden. Nur der
FAZ-Index wird heute noch veröffentlicht.
Das "Drehbuch" zum DAX, Juni 1988
Cover,2,3,4,5,6 8,9,10,11,12,13,14,15,16,17,...54
Powered by FlippingBook